Karl Gustavsen

Nachdem Karl Gustavsen 1991 sein Studium an der berühmten Pariser Modeschule „Chambre Syndicale“ absolvierte, arbeitete er zunächst als Stylist für weltweit renommierte Modedesigner. (Angelo Tarlazzi, Karl Lagerfeld, Andres Sarda). Schon 1990 hat er auch Erfolg als bildender Künstler und entscheidet sich Jahre später diese Karriere vollständig zu verfolgen. Seine originellen, dreidimensionalen Werke lassen schnell auf verschiedenste Einflüsse schließen, wie etwa die Ästhetik der Zwanzigerjahre Filme von Fritz Lang (Metropolis) oder Fernand Léger (Le Ballet mécanique). Mit Kühnheit beschwört er die Unverfrorenheit der Dada-Bewegung herauf.

Gustavsens Bilder erschaffen einen geometrischen Raum, indem Perspektive zu fehlen scheint. Die Formen ähneln stark der Art-Déco oder Japanischen Grafik und machen ihn zu einem würdigen Nachfolger des Kubismus von Pablo Picasso, Juan Gris (spanische Maler des 20. Jahrhunderts) und Georges Braque (französischer Maler des 20. Jahrhunderts). Seine Collagetechnik aus übereinander liegenden Papieren fordert starke Präzisionsarbeit. „Meine Formen sind rein bis hin zur Abstraktion. In zarten Zusammenstellungen erfinden sie sich ständig neu.“ Das akribisch geschnittene Papier ähnelt Zeichnungen und Schnittmustern der Haute-Couture. Sehr spielerisch formt er sein Material, das teilweise aus nur einer Farbe besteht und über Kombinationen facettenreich zur Geltung kommt. Die vom Künstler gewählten Themen sind dabei triviale und vergängliche Alltagsmomente, eine Frau, die ihr Gesicht pudert, ein Mann mit Drink an der Bar, die vor dem neugierigen Betrachter posieren und gleichermaßen eine poetische Alternative zur Realität anregen.