Flore Betty

Flores größtes Interesse galt schon immer der visuellen Kreation, so dass sie ihr Diplom an der Kunsthochschule von Orléans macht und dann zunächst mit zwei Spezialisierungen in angewandter Kunst und Dekorationsmalerei arbeitet, bevor sie als freischaffende Malerin debütiert. Heute hat sie dem Baugerüst ganz den Rücken gekehrt, um sich vollauf ihrer Malerei zu widmen.

Fasziniert von der Ästhetik der „wilden Zwanziger“ (1919-1929) wird das Frauenbild dieser Epoche zu ihrem Lieblingsthema. Gebrauchtes, bedrucktes Papier ist die unentbehrliche Grundlage für Flores Komposition. Sie verwendet Dokumente aus den 20er Jahren wieder, welche sie in Stücke schneidet, um mit ihnen ihren Malgrund, sei es Leinwand, Papier oder Holz, zu bedecken. Ihre Malerei schmückt sie mit zahllosen Strichen aus verschiedenen Stiften. Zwischen den Versatzstücken, aus alten Zeitungen und Partitionen von einst, steigen die modernen Frauenzeichnungen empor. Flore spielt mit Transparenz. Manchmal lässt sie Fragmente auf der Haut ihrer Subjekte auftauchen, als wolle sie diese mit der Inschrift verbinden. Diese subtile und harmonische Melange der Materialien stärkt die Vorstellung von einem Relikt, von Unsterblichkeit