Corine Pagny

Vor fünfzehn Jahren beendete Corine Pagny ihre Karriere als Designerin, da sie mehr Freiheit brauchte. Jetzt, als Künstlerin, begleiten sie nun endlich ihre Prinzipien der Redefreiheit, Bewegungsfreiheit und der Freiheit, neue Menschen kennenzulernen.

Der Mensch ist Mittelpunkt ihrer Arbeit. Darum teilt sie die Intimität ihres Ateliers sowohl mit engen Freunden, als auch mit flüchtigen Bekannten, die alle Modell für ihre Arbeit stehen dürfen. Mit diesen Leuten als Basis, kreiert die Künstlerin skurrile Skulpturen. Sie liebt es, gemeinschaftlich zu arbeiten, ganz gleich ob das Gegenüber Künstler ist oder nicht.

Im Jahr 2015 gründete Corine Pagny die Gruppe „Kunst im Dschungel“, um die Situation der vielen Migranten, die in Calais leben, zu beleuchten. Sie malte deren Gesichter auf Planen und Papierdrachen.

Über die Jahre entwickelte Corine Pagny eine persönliche Handschrift, die wie sie selbst ist: energetisch und leidenschaftlich.  So ist ihr Lieblingsarbeitsmaterial Tinte, die sie mit Pinsel und Füller, mit Melodie und Bewegung, auf die Oberfläche aufträgt. Der Schatten eines Schals, die Rundung eines Rückens, die Weichheit von Haar… Im Prozess des Zeichnens beginnen diese Formen erst mysteriös, bis Corine ihnen Gestalt verleiht, indem sie diese mit fahrigen Linien verbindet. Ihre Abbildungen sind auseinandergezogen und zusammengeballt, sie tanzen auf der Oberfläche.